Uwe Ernst

Diplom Keramiker

 

Mein Geburtsort liegt im Osterzgebirge und heißt Schmorsdorf.

Hier wurde ich im März 1943 geboren.

 

Die frühe Kindheit war sehr hart für meine Eltern und meine beiden Brüder. Hunger war unser täglicher Begleiter.

Meine Eltern waren sehr froh, als mein Vater der Kapitän war, 1948 eine Arbeitsstelle in Wismar an der Ostsee in der Werft bekam.

Wir zogen 1950 in die Werft-und Hafenstadt. Hier ging ich zur Schule und schloß diese 1961 mit dem Abitur ab.

 

Meine große Neigung, mich künstlerisch zu betätigen war der Ausgangspunkt für meine kommende Berufsausbildung.

Nach einem praktischen Jahr als Ofensetzer und Fliesenleger begann ich ein dreijähriges Keramikstudium an der Fachschule für angewandte Kunst (FAK) in Heiligendamm an der Ostsee.

Im Juni 1965 beendete ich dieses Studium mit Erfolg.

Doch schon im März des gleichen Jahres bewarb ich mich an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Leider wurde ich nicht immatrikuliert, weil aus vorher stattgefundenen Aufnahmeprüfungen die Studienplätze bereits vergeben waren. Zu meinem Glück fand aber im gleichen Jahr im September eine zweite Eignungsprüfung statt. Ich wurde als einer von 3 aus 300 Keramikbewerbern ausgewählt und immatrikuliert. Aber mit dem Pferdefuß, dass ich erst meinen Wehrdienst, die Einberufung hatte ich in der Tasche (18 Monate) absolvieren mußte. Als positiv denkender Mensch war das kein Hindernis.

1967 begann ich mein fünfjähriges Hochschulstudium.

 

1968 heiratete ich meine Frau Siegrun Krüger.

 

Seit 1970 habe ich Ausschau gehalten nach geeigneten Werkstatträumen im Raum Wismar, weil er zu meiner Heimat geworden war und auch meine Frau schon dort als Lehrerin arbeitete. Viele Objekte hatten uns gereizt, sie als Werkstatt auszubauen, auch die Mühle in Neukloster, die im kommunalen Besitz war. Der damalige Bürgermeister wollte das Objekt aber nur an uns verkaufen. Zu teuer für einen Studenten. Hier kam mir das politische System zur Hilfe. Der Kreis Wismar übernahm das Gebäude und half mir ab 1972, nach erfolgreicher Beendigung des Studiums, bei der Sanierung der Mühle und des Speichers.

In den nächsten Jahren vergrößerte sich unsere Familie, 1973 kam unser Christian und 1976 unsere Zwillinge Astrid und Birgit auf die Welt.

 

Die Sanierung zog sich in die Länge, da alles neben unserer Arbeit geschah. Dank der Hilfe meiner Eltern, Brüder und unserer Freunde, war die Mühle zwar noch nicht fertig aber in einem Zustand, daß wir 1985 von Wismar nach Neukloster ziehen konnten und Mieter waren. Erst 1995 haben wir, weil uns die neuen Umstände zwangen das Objekt gekauft.

Die Werkstatt ruht seit 1993, weil ich einen anderen Job zum Unterhalt unserer  Familie übernahm.

Ab und zu kamen und kommen ein paar Aufträge, da ich aber die neue Arbeit mit viel Lust und Freude ausführe, bleibt auch nicht viel Zeit. Ich arbeite auch jetzt noch als Vertreter für eine Naturheilfirma im Raum Mecklenburg-Vorpommern.
In meiner Freizeit bin ich begeisterter Sänger im Shantychor "Blänke" in Wismar mit vielen Proben und Auftritten. Außerdem spiele ich auch wöchentlich einmal Skat. Wenn ich ein gutes Buch finde, wird auch damit die Zeit verbracht. Auf unserem Grundstück laufen auch Schwarzkopfschafe, die als Rasenmäher unser Grundstück kurz halten. Auch diese müssen gepflegt und umsorgt werden. Natürlich ist immer meine liebe Frau mit dabei.Ohne sie wären wir kein so gutes Team.
Viel Zeit und Geld geht in die Erhaltung der Mühle. Trotzdem sind wir nicht Sklaven der Arbeit, sondern unternehmen auch einiges. Wir erkunden das wunderschöne Land, besuchen Konzerte, besuchen Freunde und Verwandte oder unsere Enkel besuchen uns. Am schönsten aber sind wohl immer wieder die Sonnenauf- und untergänge und die Wolkenbildungen zu beobachten. Wir sind rundum zufrieden und dankbar unserem HERRGOTT, daß wir auf einem so schönen Fleckchen Erde wohnen dürfen.